Sonntag, 8. März 2015

Die Stare ziehen ein im Garten

War das nicht ein herrliches Wochenende. Ein richtiger Vorgeschmack auf den Frühling. In der Sonne war es angenehm warm.



Auch die Vögel spüren den Frühling und zwitschern fröhlich ihre Lieder.
Seit einigen Tagen sind die Stare wieder lauthals in unseren Garten eingezogen. Jedes Jahr brüten in unserem Garten in den 2 Nistkästen ein Meisenpärchen und ein Starenpärchen.  

Während man den Einzug der kleinen Meisen gar nicht mitbekommt, machen die Stare in ihrem Prachtkleid in der Balz auf dem Kirschbaum gegenüber des Nistkastens ein riesen Spektakel. Sie kämpfen mit den Mitbewerbern um die Weibchen und um den Einzug in die neue Wohnung. Vielleicht sollten wir noch einen zweiten Nistkasten für die Stare anbringen.

Der heiß begehrte Nistkasten.


Die Stare scheinen ja aus dem Nestbau eine richtige Zeremonie zu machen und schmücken das Nest mit vielen bunten Dingen. Bestimmt wollen sie bei den Weibchen Eindruck schinden. Mal liegen abgezupfte Petersilie, mal Blätter oder Blumen wie Krokusse unter dem Nistkasten. Wohl Dinge, die der Starendame dann doch nicht gefallen haben und die sie wieder entsorgt hat. Jedenfalls ist es lustig, dieses Schauspiel jedes Jahr zu beobachten. Ich freue mich jetzt schon darauf.

Die kleinen Blaumeisen dagegen ziehen immer ganz heimlich und unbemerkt ein und man sieht erst später, wenn die Vogeleltern zum Füttern kommen, dass darin auch neues Leben herrscht.  

Ein Bild vom letzten Frühling.


Auf die Frage geschrieben, ob die Stare wohl blieben
(Wilhelm Busch)

Es flog ein muntres Starenpaar
Schon manches Jahr
Auf eine Pappel hoch und schön,
Um von da aus die Gegend sich anzusehn.
Fest sind die Dächer.
Kein Baum hat Löcher.
Mußten daher in Ermanglung von Höhlen
Sich wieder empfehlen;
Denn keine Wohnung war zu finden,
Einen Haushalt darin zu gründen.

Doch heuer kam, gewandt und heiter,
Ein schmucker Herr, ein dienstbereiter,
Mit einer Leiter,
Mit einem Kästchen,
Tät dies hoch oben am Baum befest'gen
Und stieg dann wieder
Zur Erde hernieder,
Indem er sich freut, daß er aus solcher Gefahr
Für diesmal glücklich entronnen war.

Inzwischen sahen in bedachtsamer Ruh
Die beiden Stare von weitem zu.
»Frau«, sprach das Männchen, »laß uns doch eben
Zu dem hübschen Häuschen hinüber schweben,
Ob's Türlein daran, was das wichtigste ist,
Auch mindestens fünf Zentimeter mißt;
Sonst würd' es besonders für dich zu klein,
Mein liebes, dickes Madamchen sein. -

Flugs fliegen die Vögel zum kleinen Haus,
Schlüpfen ein und aus
Und plappern vergnüglich:
»Gottlob, die Sache geht vorzüglich!«

Und alsogleich baun sie im Kästchen
Ein trauliches Nestchen;
Vertilgen ringsum zu Nutz und Pläsier
Den Schneck, den Wurm, das Käfertier;
Vergessen auch nicht, in allen Ehren,
Sich zu vermehren. -

Und als der Herr, der so edel gehandelt,
Dann später mal unter dem Baum gewandelt,
Da haben die Vöglein, um sich dankbar zu zeigen,
Ihm was gepfiffen auf allen Zweigen;
Und jedes, weil sie ihm gar so gut,
Macht ihm ein Kleckschen - pitsch! - auf den Hut. -




Kommentare:

  1. Ich habe heute auch die ersten Stare in diesem Jahr gesehen, zwar nicht in der Nähe eines Starenkastens, aber ein riesen Spektakel haben sie auch gemacht. Muss unbedingt auf die To-do-Liste setzen, Nistkästen zu besorgen und aufzuhängen. Erst wartet man ungeduldig auf den Einzug den Frühlings und dann geht alles plötzlich ganz schnell und man kommt nicht hinterher :-)
    Viele Grüße
    Doris

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  2. Oh, deine Sozialwohnungen auch schon besetzt? Es ist jedes Mal eine Freude und ich kann deine sehr sehr gut verstehen!!! Und dein Winterling-Wald ist ein Traum. Da würde ich auch auf Knien durch die Gegend robben und fotografieren.
    Danke für deinen reizenden Besuch. Ich freue mich sehr, dass es dir bei mir gefällt.
    Einen wundervollen Frühlingsanfang wünsche ich dir und sonnige warme Tage für den Garten und ganz viele Vogelkinder
    Elisabeth

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  3. Bei uns sind die Stare auch eingezogen. Allerdings nicht in den Nistkasten, sondern in die oberste Spitze unseres Hausdachs. Dort nisten sie jedes Jahr. An den vielen trockenen Strohhalmen, die sie fallen lassen kann ich immer erkennen, wenn sie mit dem Nestbau beginnen.
    Herzliche Grüße,
    Anette

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  4. Wir haben auch Vogelhäuschen hängen, aber nieeeee findet sich ein Paar was einziehen will....grummel. Deshalb genieße ich deine Fotos und stelle mir in Gedanken vor was das für ein Gewimmel ist. Vielleicht sollte ich das von dir veröffentliche Gedicht am Häuschen anbringen???
    Liebe Grüße von Stine

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  5. Das Gedicht ist ja köstlich...Aber mehr als über Stare freue ich mich im Frühjahr über die Amseln, es gibt für mich kaum einen schöneren "Sound" als ihren Gesang. Leider haben bei uns die Krähen inzwischen das Revier beansprucht, wenn sie doch nur auch so schön singen würden statt so heiser zu krächzen!
    Liebe Grüße, Barbara

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