Freitag, 19. Juni 2015

Endlich Regen

Gestern hat es endlich nach langer Zeit wieder einmal geregnet. Der Garten scheint richtig aufzuatmen und alles sieht frischer aus.

Vor ein paar Tagen las ich im Internet dieses lustige Gebet, vielleicht hat es ja geholfen. Ich musste jedenfalls ziemlich schmunzeln darüber und vielleicht kennt es ja der eine oder andere auch noch nicht.

Es ist ein Auszug aus dem Buch "Das Jahr des Gärtners" von Karel Capek (1890-1938) 
Gebet [eines Gärtners]
Herrgott, richte es so ein,
daß es täglich von Mitternacht bis drei Uhr früh regne,
aber langsam und warm, weißt du, damit es einsickern kann;
doch soll es dabei nicht auf die Pechnelke, das Steinkraut, Sonnenröschen,
den Lavendel und andere Blumen regnen,
die dir in deiner unendlichen Weisheit als trockenliebende Pflanzen bekannt sind - wenn du willst, schreibe ich es dir auf ein Blatt Papier auf;
ferner soll die Sonne den ganzen Tag über scheinen,
aber nicht überallhin (zum Beispiel nicht auf den Spierstrauch und Enzian,
noch auf Funkie und Rhododendron) und auch nicht zu stark;
dann möge es viel Tau und wenig Wind geben,
genug Regenwürmer, keine Blattläuse, Schnecken und keinen Mehltau,
und einmal in der Woche
verdünnte Jauche mit Taubenmist regnen.
Amen.

Langsam kommt Farbe in meinen kleinen Bauerngarten. Die Bartnelken und der Rittersporn sind zur Zeit meine Lieblingsblumen dort.




Beim Fotografieren entdeckte ich dieses kleine Insekt und wusste erst überhaupt nicht, um was es sich handelt. Es ähnelte irgendwie einer Hummel. Aber eigentlich sah es auch ganz anders aus. Ich hatte so ein "Tierchen" jedenfalls noch nie in meinem Garten gesehen. Auch das Internet half mir nicht wirklich, weil ich nicht wusste, nach was ich suchen sollte. Dann kam mir gestern ein Bild in einer Zeitung gerade recht. Und ich erfuhr, dass es sich um einen Gebänderten Pinselkäfer handelt.

Gebänderter Pinselkäfer

Der Rittersporn, der an anderen Stellen im Garten schon länger blüht, beginnt  im Bauerngarten seine Blüte zu öffnen.



Besonders gefällt mir im Moment im Garten die Kombination aus Rittersporn und Rosen.







Auch die Hummeln erfreuen sich an den Blüten des Rittersporns.


Der Bauernjasmin verströmt einen angenehmen Duft.



Die Erdbeeren werden reif. Heute gab es die erste größere Ernte.


Auch die Kirschen werden langsam rot und ich komme nie am Kirschbaum vorbei, ohne schon mal zu probieren.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende im Garten.


Dienstag, 9. Juni 2015

Ein Sonntagsausflug zum egapark Erfurt

Heute möchte ich mal nicht aus dem eigenen Garten berichten, sondern von einem Ausflug, den wir letzten Sonntag unternommen haben. Wir waren seit langer Zeit wieder einmal im egapark Erfurt.  Früher zu DDR Zeiten nannte er sich IGA (Internationale Gartenbauausstellung) Erfurt. Schon damals als Kind begeisterten mich die riesigen Blumenbeete mit den vielen bunten Blumen. 

Am Eingang steht schon der egapark-Express bereit, mit dem man durch den Park fahren kann, wenn man vielleicht nicht so gut zu Fuß ist oder sich erst mal einen Überblick verschaffen will.


Unser erster Weg führte uns vorbei an bunt bepflanzten Sommerblumenbeeten, einem Kinderbauernhof, verschiedenen Gartenideen, wie zum Beispiel Duft- und Tastgärten, Hochbeeten, einem Insektenhotel zum Japanischen Fels- und Wassergarten.

Hochbeete und Insektenhotel

 

 Japanischer Fels- und Wassergarten






Leider waren die Azaleensträucher fast alle gerade verblüht. Es muss toll ausgesehen haben, als sie alle in voller Blüte standen. 



Am Ausgang des Japanischen Gartens entdeckte ich schon die Pfingstrosenbeete, auf die ich mich  besonders gefreut hatte.


Die Pfingstrosenschau soll eine Sammlung von 130 Sorten umfassen und man konnte sich wirklich nicht sattsehen an den schönen Blüten. Die Beete waren gemischt mit Pfingstrosen, Salbei, Storchschnabel, Kugellauch in wunderschönen Farben.


Man kann die Schönheit und Weite dieser Beete auf den Bildern nicht wirklich wiedergeben.






 
Als Nächstes liefen wir am Sternwarteturm (hier beginnt auch der Gräsergarten und die Staudenschau) vorbei zum Aussichtsturm. Wer gut zu Fuß ist, kann sich von oben einen kleinen Überblick über einen Teil des Parks verschaffen.

Sternwarteturm und Aussichtsturm

Manchmal wußte man gar nicht so recht, wo man zuerst hinschauen sollte. Da waren Steingartenbeete, dort eine Pelargonienschau mit vielen, vielen Sorten, ein Steppenkerzenbeet, eine Fuchsienschau, ein Beet mit Mohnblumen, ein Kiesgarten für trockene Standorte und noch so vieles mehr.

Mohnblumenbeet
 
Pelargonienschau und Steingärten


Wir liefen dann zum Rosengarten, der Irisgarten war wegen einer kaputten Treppe leider gesperrt. Im Lilienbeet, das leider noch nicht blühte, waren aber auch noch einige tolle Irisblüten zu bewundern.

Rosengarten



Irisblüten


Dann führte uns der Weg zu den Pflanzenschauhäusern: einem Kakteenhaus, einem Tropenhaus, Orchideen- und Schmetterlingshaus.

Kakteenhaus und Orchideenhaus

 Schmetterlingshaus


Im Schmetterlingshaus wurden wir bei tropischer Hitze gleich von vielen bunten Schmetterlingen begrüßt, die uns umflatterten.








Auf dem Rückweg kamen wir dann an dem großen Blumenbeet vorbei, welches mit vielen, vielen Sommerblumen bepflanzt ist. Es soll das mit 6000 m² größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas sein. 


Es gibt im egapark noch soviel zu entdecken. Auch für Kinder gibt es viele Spielmöglichkeiten. Es gibt Springbrunnen mit Bänken, die zum Ausruhen einladen, einen Naturlehrpfad mit Barfußpfad, Bienenschau- und lehrpfad und und und...

Diesen Springbrunnen kann man selber bedienen.
Es war ein wunderschöner Ausflug mit viele neuen Eindrücken und Ideen für den eigenen Garten.

Sonntag, 7. Juni 2015

Pfingstrosenzeit

Pfingsten ist in diesem Jahr ja nun schon wieder ein paar Tage vorbei. Aber mein Pfingstrosenstrauch steht jetzt in voller Blüte.



Heute vor 28 Jahren war Pfingstsonntag. Woher ich das so genau weiß? Weil ich am Pfingstwochenende vor 28 Jahren geheiratet habe. Damals war das Wetter allerdings nicht so schön und warm wie gestern am Samstag. Es war kalt, windig und es hat immer wieder mal geregnet.



Durch die Wärme der letzten Tage hat der Pfingstrosenstrauch sehr schnell alle seine schönen Blüten geöffnet. Und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man, dass fast jede Blüte anders ist. Alles kleine Kunstwerke der Natur.



Ich weiß gar nicht, wie alt der Strauch schon ist und auch nicht um welche Sorte es sich handelt. Er stand schon in unserem alten Garten und ist dann mit uns umgezogen. Auch wenn man Pfingstrosen eigentlich nicht umpflanzen soll, hat er den Umzug gut überstanden. Nachdem er zwei Jahre dann nicht geblüht hat, steht er nun wieder jeden Frühling in voller Blüte.

Ich finde, dass in diesem Jahr die Blüten besonders schön sind. Deshalb erhalten sie vom mir heute auch einen eigenen Post. Denn wie schnell vergeht die Zeit und auch diese Blüte ist wieder Vergangenheit.

Heute haben wir einen Ausflug nach Erfurt gemacht und haben die EGA (Erfurter Garten- und Freizeitpark) besucht. Auch da standen die Pfingstrosen in voller Blüte und es gab große Beete mit Pfingstrosen zu bestaunen. Bilder davon gibt es dann im nächsten Post.

Samstag, 6. Juni 2015

Kein Röslein ohne Läuschen (Wilhelm Busch)

Ich lese sehr gerne Gedichte von Wilhelm Busch und immer mal wieder finde ich etwas Neues, das mir gefällt. Als ich so durch den Garten lief und nach meinen Rosen schaute, mich mal wieder über die vielen Blattläuse ärgerte, da viel mir das Gedicht "Duldsam" ein. Mit diesem Gedicht und einigen Rosenbildern aus dem Garten wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende. 


Pink Paradise

Duldsam
 Wilhelm Busch (1832-1908)

Des morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh ich hinaus zur Gartentür,
Die in den Garten mündet.

Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.


Westerland und Playrose

Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frißt
Sie auf bis auf die Häute.

Schluppwespchen flink und klimperklein,
So sehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebend'gem Leibe.


Rosarium Uetersen

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.

Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.


Inspiration

So seh ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.

Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen!



Julia
Elbflorenz



Mittwoch, 3. Juni 2015

Die Rosenzeit beginnt

Nachdem ich im Urlaub meine gezogenen Pflanzen weitestgehend ins Freie gebracht habe, ist es im Gewächshaus etwas übersichtlicher geworden. Jetzt steht dort nur noch, was da bleiben soll und einige Restpflanzen.  Da die Schnecken oder was auch immer es ist, meine Pflanzen zum Fressen gern haben, brauche ich immer mal wieder Ersatz. Inzwischen wurden auch die Salbeiblüten als lecker empfunden.


Die Gurken und Paprikapflanzen wollen im Gewächshaus nicht so richtig wachsen. Es war in den letzten Tagen einfach zu kalt, vor allem in der Nacht und die Pflanzen machten keine Fortschritte. Aber nun hoffe ich, dass sie bei den warmen Temperaturen so richtig loslegen.



Eine Kletterzucchini (ein diesjähriges Experiment) hat schon den Geist aufgegeben und nun probiere ich Nummer 2.  

Kletterzucchini

Am Apfelbaum haben sich einige unliebsame Gäste eingeschlichen. Eigentlich wollten wir nur mal nach den kleinen Äpfelchen schauen und fanden einen "Gerippezweig" und dazu auch gleich die Übeltäter. Wenn ich richtig gegooglet habe, dann müsste es sich um Blattwespenlarven handeln.



Die erste fast reife Erdbeere hat auch schon jemand vor uns entdeckt und schon mal davon gekostet.



Während meine Gemüsepflanzen, außer der Salat und die Radieschen in den letzten Tagen noch nicht so recht wachsen wollten,  erfreue ich mich aber an den Rosen, dem Rittersporn, der Clematis, dem Rhododendron und der Pfingstrose die immer mehr ihre Knospen öffnen.

Rittersporn

Clematis "The President"


Der Rhododendron steht in voller Blüte. Leider steht er inzwischen etwas zu sonnig. Früher spendete ihm ein hoher Kirschlorbeerstrauch Schatten, der in einem strengen Winter erfroren ist.


Rhododendron
Seit Tagen umkreisen die Hummeln und Bienen die Knospen der Pfingstrose. Irgendetwas scheint sie da magisch anzuziehen.


Heute hat sie nun endlich ihre ersten Blüten geöffnet.


Auch die anderen Rosen beginnen zu blühen.

Edelrose "Pink Paradise" und Edelrose "Inspiration"

Edelrose "Julia" und Edelrose "Elbflorenz"
So, nun werde ich noch etwas die Sonne und die Wärme genießen und wünsche euch schöne Gartentage!