Ein neues Jahr hat begonnen. Ich wünsche allen ein gesundes und friedliches Jahr 2023 und möchte die Gelegenheit nutzen, noch einmal auf das alte Gartenjahr zurückzublicken.
Das Jahr 2022 begann ungewöhnlich mild und zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, schwärmten an einem Neujahrstag die Bienen aus. Zum Glück hatten im letzten Winter die Christrosen besonders zahlreich ihre Blüten geöffnet und so fanden die Bienen etwas Nektar.
Mitte Februar wurde es mit Schneeglöckchen, Winterlingen, Zwergiris und erste Krokussen schon richtig bunt im Garten.
Ende Februar und im März dann der volle Blütenrausch, dazu kamen Lenzrosen, Schneestolz und die ersten Tulpen.
Ende März war die Erde schon ziemlich trocken, was sich den Rest des ersten Halbjahres nicht wesentlich ändern sollte. Immer wieder Hoffen auf Regen, immer wieder machte sich Enttäuschung breit.
Ende April gab es eine schöne Magnolien- und Baumblüte.
Ende Mai öffneten u.a. Rittersporn, Iris, Akelei ihre Blüten.

Im Gewächshaus wurde es langsam eng. Die einjährigen Sommerblumen und das Gemüse brauchten Platz.
Im Juni und Juli hatte ich die Hoffnung auf Regen verloren. Seit März hatte es keine nennenswerten Niederschläge mehr gegeben. Das Gras raschelte wie Stroh, wenn man darüber lief. Alles was nicht gegossen wurde (irgendwann konnte man nicht mehr alles Gießen), war dürr und ich hatte zum ersten Mal keine Lust mehr auf Garten.
Mir blieb nur die Einjährigen, wie Zinnien, Dahlien und Sonnenhut und die Pflanzen in den Töpfen zu Gießen, Gießen, Gießen.
Nur die Rosen konnten mich noch etwas versöhnen. Rosen sind Tiefwurzler. Ihnen schien die Trockenheit nicht allzu viel auszumachen. Trotzdem ist es erstaunlich, woher sie ohne Gießen ihre ganze Kraft nahmen. Sie öffneten den ganzen trockenen Sommer ihre Blüten.
Ende August dann der Wendepunkt. Innerhalb von 2 Tagen fast 70 Liter schöner Landregen und es sollte noch weiter regnen.
Als wir Anfang September nach einer Woche Urlaub wieder nach Hause kamen, konnten wir unseren Augen nicht trauen, der Garten, der Rasen, alles war wieder grün! Es war schon fast ein kleines Wunder, was der Niederschlag in der kurzen Zeit bewirkt hatte.
Die einjährigen Sommerblumen wie Zinnie und Sonnenhut liefen noch einmal zu Höchstform auf.
Der goldene Oktober machte mit Sonnenschein, blauem Himmel und angenehmen Temperaturen seinem Namen alle Ehre und es schien so, als wollte er sich für den ganzen Sommer entschuldigen.
Ende November die ersten Schneeflocken. Anfang Dezember dann richtig viel Schnee und Mitte Dezember eiskalte Temperaturen bis Minus 15 Grad.
Die Gewinner des Jahres waren die Rosen und der Zierapfel "Red Sentinel", der noch nie so viele Äpfelchen, wie in diesem Jahr trug. Durch den zeitigen Frost freuen sich jetzt bereits die Amseln darüber, die sonst erst am Ende des Winters Interesse an den Früchten zeigen.
Weihnachten 2022 war mild und regnerisch. Silvester warm und windig.
Neujahr 2023
Der Neujahrstag begann hell mit Sonnenschein. Eine alte Bauernregel besagt: "Am Neujahrstage Sonnenschein lässt das Jahr uns fruchtbar sein."
Hoffen wir mal, dass die alte Bauernregel recht hat!
Und wieder sind an einem Neujahrsmorgen die Bienen unterwegs.
Allerdings gibt es in diesem Jahr (ich denke durch die Trockenheit) nicht ganz so viele Christrosenblüten. Außerdem haben die bereits geöffneten Blüten unter dem strengen Frost Mitte Dezember doch ganz schön gelitten. Dafür öffnet die Korsische Nieswurz gerade ihr Blüten.
Ich wünsche euch allen ein gesundes, friedliches und glückliches 2023 und viel Erfolg und Spaß im neuen Gartenjahr!